Die Schau eröffnet die Möglichkeit, den Werken Bernd Radtkes (DGPh) in jener Ursprünglichkeit der Fotografiekunst zu begegnen, wofür die Begriffe Idee oder inspirierende Wahrnehmung, verwoben in einen nicht aufschlüsselbaren Prozess des Gestaltannehmens stehen, die den Betrachtenden dem Zustand des Entstehens oder Geborenwerdens des Motivs, weniger im technisierten Sinne als vielmehr in der Stille des Künstlerblicks entgegenführen. Demgemäß sind die Besucher hineingenommen in ein Geheimnis, das sich selten dem flüchtigen Blick oder im Vorübergehen erschließt; eher erfordert es den Mut zum und die Geduld des Verweilens, damit sich langsam die tiefe Kraft des Geschauten über das Medium des Werkes im Betrachtenden entfalten und in den Bann ziehen kann. Daher bleibt allen Besucherinnen und Besuchern dieser Ausstellung jene Haltung zu wünschen, wie sie Hilde Domin in ihrem Gedicht „nicht müde werden“ in zärtlicher Weise zum Ausdruck verholfen hat: „Nicht müde werden sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten.“ (Auszug Text) Dr. Arno-Lutz Henkel